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Schlagwort: Rudern

Nachruf

Gerhard erlernte das Rudern 1940 im Anklamer Schüler-Turn- und Ruderverein und trat ein Jahr später dem Anklamer Ruderklub bei. Im ARK bestritt er die ersten Wettkämpfe und nahm an Wanderfahrten teil. Schon 1942 gab er sein Wissen im STRV als Übungsleiter weiter. Im September des Kriegsjahres 1943 wurde Gerhard eingezogen, zunächst als Luftwaffenhelfer, später zur Kriegsmarine. 1945 kehrte er nach Anklam zurück. Von den vier Anklamer Bootshäusern wurden drei zerstört, nur „unseres“ blieb unversehrt, Ruderboote waren allerdings nicht mehr vorhanden.

Mit einigen Wenigen, davon meist Nichtruderer, und einem alten Boot aus Pölitz begann er 1950 die ersten Ruderaktivitäten nach dem Kriege. Er saß auf Schlag im Anklamer Seniorenvierer der frühen fünfziger Jahre und trainierte von 1952 bis 1970 Rennmann-schaften. Gerhard wurde Lehrer und hatte so eine besondere Verbindung zur Jugend, der er immer die Einheit von Wettkampf- und Wanderrudern vermittelte. 1953 berief man ihn zum Vorsitzenden des Bezirksfachausschusses, den er 20 Jahre leitete. Im Jahr darauf wurde Gerhard Mitglied der Wanderruderkommission des DRSV und blieb es bis zur Einheit Deutschlands. Im DRSV war er Initiator und Auswerter des kleinen Wanderruderwettbewerbs.

Nach dem Zusammenschluss der beiden deutschen Ruderverbände 1990 wurde er als Wanderruderwart für Mecklenburg-Vorpommern gewählt. Neben seinen Erfolgen als Trainer und Schulungsleiter gehörte seit jeher sein ganzer Einsatz dem Wanderrudern. Gerhard hat zahlreiche größere Fahrten organisiert und Verbindungen zu anderen Vereinen aufgebaut, aus denen andauernde Freundschaften entstanden. Auf unzähligen Urlaubswanderfahrten hat ihn seine Anneliese begleitet und immer sicher ans Ziel gebracht, schließlich war der Eins-Platz ihrer. Bei einer Fahrt ist sie mit ihm an einem einzigen Tag 100 km gerudert, ohne zu verzagen.

Wie sich erst später herausstellte, war wohl Gerhards größter Verdienst für den Verein die Idee, Anfang der siebziger Jahre eine Seniorengruppe zu gründen, um so Mitgliedern die aus dem Rennrudern ausgeschieden sind, sowie interessierte Erwachsene für das Wander- und Freizeitrudern zu gewinnen. Das tat auch dem nur vom Kinder- und Jugendsport geprägten Vereinsleben gut. Allein dieser Gruppe ist es zu verdanken, dass die Sektion unbeschadet durch die „Wende“ kam. Hieran hatte er allergrößten Anteil, so meldete er den Verein bei den Sportbünden und Verbänden an, schrieb Satzung und Ruderordnung und leitete unsere Ruderleistungen in die Statistiken des DRV über.

Von 1941 bis 1952 hat Gerhard rund 4.000 km und von 1953 bis zum Ende seiner aktiven Ruderlaufbahn 2006 fast 60.000 km zurückgelegt. Im Jahr 1986 vollendete er im Rahmen des Wanderruderwettbewerbs den 40.077sten Kilometer, dafür nahm er auf einer zentralen Veranstaltung des DRSV den „Äquatorpreis“ entgegen. Seine größte Ehrung erhielt er 2003 auf einer großartigen Veranstaltung im Ruderhaus mit zahlreichen Gästen von Vereinen, der Stadt, des Landes und der oberen Verbände für die Erringung des 50. Fahrtenabzeichens. Damit war er der zweite deutsche Ruderer, dem dies bis dahin gelungen ist. Die Stadt Anklam ehrte Gerhard mit einem Eintrag in ihr Ehrenbuch.

Der Wanderruderwettbewerb des Verbandes wurde 1936 zum 1. Mal ausgeschrieben und nach dem Kriege 1949 im DRV und 1952 im DRSV wiederbelebt. Bis die Kunde von diesem Wettbewerb nach Anklam drang, verging aber noch ein Jahr, so dass Gerhard 1953 erstmalig in das Geschehen eingreifen konnte. Seitdem hat er Jahr für Jahr die nötigen Kilometer, oft sogar noch viel mehr, und die geforderten Wanderfahrten erbracht. Er brauchte nie um die Erfüllung zittern, weil die Mindestleistung schon lange vor Jahresende im Kasten war.

Erst im Alter von 79 Jahren stellte er die Skulls in die Ecke, blieb aber bis zum Ausbruch der tückischen Krankheit immer seinem Verein verbunden, besuchte die geselligen Veranstaltungen und sein Rat war immer noch gefragt.

Liebe Angehörige und Freunde von Gerhard Schulz, die Mitglieder des Anklamer Ruderklubs werden sein Andenken in Ehren halten, haben sie ihm doch so viel zu verdanken.

Zweisamkeit – die neue Freiheit im Wanderrudern

Sie ist nicht jedermanns Sache – die im Wanderrudern seit Wochen verordnete Zweisamkeit, wenn man nicht gerade im Einer seine Kilometer absitzen will. Ja, auch in unserem Verein gibt es den einen oder anderen Ruderkameraden, der geradeheraus sagt: „Da mach ich nicht mit. Ich warte, bis wir wieder im Großboot rudern können.“ Man kann eben niemanden zu seinem Glück zwingen. Denn diese neue Einsam- oder Zweisamkeit, sprich: Rudern nur im Einer oder zu zweit im ungesteuerten Zweier (aus einem Hausstand) bzw. Dreier (mit Lücke für zwei RK aus verschiedenen Hausständen) kann in Corona-Zeiten eine gewisse, nicht zu unterschätzende Freiheit bedeuten: Man hat das Bootshaus für sich allein, kann seine Rudertermine – zumindest in solch einem kleinen Verein wie dem Anklamer Ruderklub – fast nach Lust und Laune planen und auch auf dem Wasser trifft man seit Wochen nur sehr wenige Freizeitsportler. Selbst die Kommunikation ist zur Nebensache geworden, denn die Bootsplanung erfolgt online, die wichtigsten Informationen werden kurz und knapp über eine App ausgetauscht, und sollte man zufällig doch andere Ruderkameraden auf dem Wasser treffen, so sind diese meistens in der anderen Richtung unterwegs und werden nach einem kurzen Hallo ruck, zuck von der Strömung fortgetrieben. Und dann ist man wieder allein mit sich und der Natur. Diese Idylle kann berauschend sein. Auf der Peene trifft man z.B. seit Wochen bei jeder Ausfahrt ab 20 km zwischen zehn und zwanzig (manchmal auch mehr) Seeadler. Man muss lernen, diese Freiheit zu genießen, sich Zeit zu lassen und umzuschauen. Dann kann man sich sogar mal an einem Weißkopfseeadler erfreuen, der das kleine Boot vom Baum aus nur neugierig beäugt und ganz dicht an sich vorbeiziehen lässt, oder einem Exemplar, der nur wenige Meter vom Boot entfernt mit nur einer Kralle einen großen Fisch aus dem Wasser holt. Man ist so fasziniert, dass man sogar vergisst, die Kamera herauszuholen.

Dass zurzeit einige RK unseres doch recht kleinen Vereins diese Zweisamkeit genießen, macht sich im Fahrtenbuch bemerkbar: Trotz verordneter mehrwöchiger Corona-Zwangspause wurden bereits 3.300 Boots-km gerudert. 

Eines gab es vor Corona im Anklamer Ruderklub noch nie: Eine Wanderfahrt an Himmelfahrt ausschließlich in Einern und Zweiern. Für viele RK war es die erste Wanderfahrt in diesem Jahr. Und leider war entsprechendes Bootsmaterial auch nur begrenzt verfügbar. Aber alle haben die Ausfahrt auf Peene und Kleinem Haff genossen. Auch ein Imbiss in der Marina Karnin war möglich, selbstverständlich unter Einhaltung der Abstandsregeln. Und in genau solchen Situationen sehnt man sich dann plötzlich doch nach der Gemeinsamkeit bei Wanderfahrten und Vereinsveranstaltungen zurück – ohne Kontaktverbote und Abstandsregeln. 
Bleibt zu hoffen, dass schon bald wieder alle RK regelmäßig gemeinsame Ausfahrten im Großboot unternehmen können, damit sich niemand ausgegrenzt fühlt oder gar die Lust an diesem schönen Sport verliert. Denn es ist und bleibt ein Mannschaftssport. 

Erste Wanderfahrt 2020 mit Corona-Einschränkungen

Der offizielle Trainingsbetrieb ist noch immer eingestellt, aber Lockerungen sind in Sicht. Dennoch wird es durch die wochenlangen Einschränkungen im Ruderbetrieb mühsam werden, die geforderten Kilometerleistungen für das Fahrtenabzeichen zu erbringen. In einem normalen Ruderjahr hätten unsere Vereinsmitglieder Anfang Mai bereits mehrere Tagesfahrten und mindestens eine dreitägige Wanderfahrt in Großbooten absolviert. In diesem Jahr wurde der Start in die Rudersaison durch Corona ziemlich unsanft ausgebremst.
Seit ein paar Tagen sind nun einige RK individuell und maximal zu zweit unter Einhaltung strenger Auflagen auf der Peene unterwegs. Gott sei Dank! Die Bewegung auf dem Wasser hat gefehlt. Gemeinsame Ausfahrten in Großbooten werden aber auch weiterhin nicht möglich sein. 

Also, das Schild an km 74 steht noch. 😁 😉 Zwei RK waren dieses Jahr die ersten aus dem Verein, die – allein im Zweier – mal wieder 15 km gegen den Wind die Peene aufwärts gerudert sind. Und es war bestes Adler-Flugwetter. Auf den 30 km konnte man heute mindestens 25 Prachtexemplare bewundern, darunter auch einen Weißkopfseeadler. Beeindruckend! 🤩

Video zur Jarmenfahrt 2019

Ein bisschen Sentimentalität sei in Corona-Zeiten erlaubt… Denn eigentlich würden wir jetzt in trauter Runde und ausgelassener Stimmung bei einem Bierchen in Jarmen sitzen und unsere 32. Jarmenfahrt genießen. Hieß es doch in der Ausschreibung so schön: 
„Wir haben wieder Quartier in Jarmen! Zweigeteilt und einfach, aber der Fahrtenname wird gewahrt.

Vorgesehen sind 31 Teilnehmer bei 29 Bootsplätzen und 100 km Ruderstrecke.

Treff ist am Freitag, dem 1.Mai 2020 (rote Nelke nicht vergessen) um 10.00 Uhr beim Anklamer Ruderklub. Die Fahrzeuge können auf dem Vereinsgelände geparkt werden.

1. Tag  Anklam – Jarmen (27 km)

2. Tag  Jarmen – Rustow – Jarmen (46 km)

3. Tag  Jarmen – Anklam (27 km)“

Tja, und dann kam Corona … Und nun hoffen wir, dass die diesjährige Fahrt doch noch zu einem späteren Zeitpunkt im Herbst 2020 stattfinden kann. Wir sind guter Hoffnung…

Derweil schenkte Corona ein wenig mehr Zeit, um endlich das Video zur 31. Jarmenfahrt fertigstellen zu können.

Viel Spaß und bis bald auf der Peene!

Erinnerung und Motivation

Gerade werden im Verein die ersten Lockerungen im Rahmen der am 17.04.2020 veröffentlichten Anti-Corona-VO MV diskutiert. Welcher Sport ist in MV wieder erlaubt? Außenbereiche von Sportplätzen und Sportaußenanlagen sind ab Montag wieder für den Individualsport und den Sport zu zweit geöffnet. Tennis- und Golfplätze dürfen bei Beachtung der Abstandsregeln ebenfalls für den Freiluftsport wieder öffnen. Auch Segeltörns allein, zu zweit oder mit im Haushalt lebenden Personen sind erlaubt. Segler dürfen laut Wasserschutzpolizei mit ihren Booten im Vereins-Yachthafen an- und ablegen… Hm, was gilt nun für den Rudersport? Da sind wir Ruderkameraden uns noch uneinig. Individuelle Ausfahrten im Einer und Zweier (für Paare) sollten doch wohl möglich sein. Morgen will unser Vorsitzender bei der Wasserschutzpolizei nachfragen. Wir sind gespannt.
In der Zwischenzeit schwelgen wir in Erinnerungen und motivieren uns für die baldige Rückkehr auf Peene und Haff.

Wer schon immer mal die Eisenbahn-Hubbrücke in Karnin besteigen wollte und dazu noch keine Gelegenheit hatte, kann dies hier virtuell gemeinsam mit den Ruderkameraden des Anklamer Ruderklubs tun. 

Bei unzähligen Rudertouren fahren wir direkt daran vorbei und schauen jedes Mal fasziniert auf dieses einmalige technische Denkmal. Im August 2019 nutzten wir dann endlich die Gelegenheit für eine Besichtigung während des Karniner Brückenfestes. Die Aussicht ist grandios, der Auf- und Abstieg etwas abenteuerlich, aber durchaus eine Reise wert. Einige von uns waren schon zum zweiten Mal „oben“ und würden es wieder tun. Viel Spaß!

Mit oder ohne Corona – Wir lassen uns nicht unterkriegen!

Der Winter 2019/2020 meinte es rudertechnisch sehr gut mit uns. Bis auf ein paar Tage mit hohem Wasserstand, an denen der Sattelplatz vor dem Bootshaus nur mit Gummistiefeln zu betreten war, war der Sportbetrieb bis Mitte März uneingeschränkt möglich. 

Rudern im Januar – na logo!

Der bisher recht milde Winter beschert uns im Januar 2020 beinahe schon Frühlingstemperaturen – gut für unseren vereinsinternen Winterwettbewerb. Denn bei offenem Wasser rudern einige Kameraden bis zu dreimal pro Woche. Die berufstätigen Vereinsmitglieder müssen sich auf das Wochenende begrenzen. Aber selbst zum regulären Sonntagsrudern erscheinen derzeit regelmäßig 6-7 Aktive. Das kann sich für so einen kleinen Verein wie den Anklamer Ruderklub sehen lassen. Hoffen wir, dass uns der Winter nicht noch eine längere Pause aufzwingt.

Fotos: Heute – vor dem Steuermannswechsel und danach.

Rudern am Neujahrsmorgen? Was sonst?!

So fängt das neue Jahr(zehnt) bei den „Mutigen von der Peene“ am Neujahrsmorgen an: Die ersten 12 km bei bestem Ruderwetter sind absolviert … 🤩 Und das nach einem sehr aktiven Dezember. Bis zwei Tage vor Silvester wurde die Peene unsicher gemacht, um noch einen Ruderkameraden bei der Erfüllung des Fahrtenwettbewerbs zu unterstützen.

Wir wünschen allen Aktiven und Freunden des Rudersports ein glückliches neues Jahr! 🥂🍀🥳

Rudern im Advent

Wintersport auf der Peene? Na klar! Der traditionelle Matjesabend im Bootshaus Anfang November bot Gelegenheit, auch mal abends gemütlich beisammen zu sitzen und die bisherigen Highlights des Ruderjahres 2019 Revue passieren zu lassen. Aber der vereinsinterne Winterwettbewerb ist in vollem Gange.  Wettertechnisch haben es der November und Dezember bisher gut mit uns gemeint. Unter der Woche ist es zu den regulären Trainingszeiten am Nachmittag zwar bereits dunkel, aber einige Ruderkameraden treffen sich auch vormittags oft für eine 10-km-Tour. 

Am 1. Advent lag die Beteiligung bei 6 Ruderkameraden, am 2. Advent kämpften dann sogar 11 Ruderer in drei Booten bei 8-9 °C Lufttemperatur gegen den stürmischen Wind. Das ist Rekord! Und nach dem Training schmeckt dann auch der eine oder andere edle Tropfen sowie Spekulatius und Pfeffernüsse.

Hafftour 2019 – traumhaft!

Unsere dritte Hafftour ist Geschichte … Sie war erlebnisreich, wechselhaft und traumhaft. Schaut selbst.

An der 3. Hafftour des Anklamer Ruderklub e.V. nahmen 13 Ruderer und Ruderinnen aus fünf Vereinen bundesweit teil. An Ursel, die krankheitsbedingt absagen musste, auf diesem Weg herzliche Grüße von den Anklamern. 🙂

Die vier Tage mit insgesamt 142 Ruderkilometern boten für jeden Geschmack etwas, wobei der erste und letzte Rudertag wettertechnisch herausstachen. So schlug der bis Mittag angenehm ruhige und mit Schauern gespickte Donnerstag nach einem kurzen Starkregen plötzlich dermaßen um, dass die letzten km von Mönkebude nach Ueckermünde für die Boote und Besatzungen zur enormen Herausforderung wurden. Nach diesem heftigen Wellenritt, bei dem das Wasser im Boot zeitweise fast die Bodenbretter überspülte, freut sich jeder auf eine heiße Dusche und trockene Kleidung. Zum Glück bot das Quartier auch ausreichend Heizkörperflächen zum Trocknen der durchnässten Ruderkleidung. Durch missliche Umstände mussten einige von uns leider zwei Stunden auf ihr Gepäck warten, was der allgemein guten Stimmung aber keinen Abbruch tat.

Nach der Freitagstour zum Mittagstisch in Nowe Warpno (Polen) mit anschließendem Grillabend im ZERUM Ueckermünde sowie der Samstagstour auf der Uecker zum Mittagstisch in Torgelow, mit der wir dem stürmischen Haff ein Schnäppchen schlugen, bot die Rückfahrt am Sonntag eine traumhafte Kulisse bei beinahe sommerlichen Temperaturen und spiegelglattem Wasser. Ein wahrhaft spektakulärer Abschluss einer wunderschönen Wanderfahrt auf Peene, Uecker, Kleinem und Großem Haff.