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Schlagwort: Schwerin

Seenpokal: Die Bilder

Kasseler Mannschaft beim Schweriner Seenpokal.

Das schnellste Boot war nach 56:30 Minuten wieder da. Auf der Strecke hin und zurück zur Adamsbucht waren Boote aus Schwerin und aus Kassel unterwegs. Ausführliche Zeiten weiter unten.

Die Strecke für den Seenpokal wäre eigentlich eine große Umfahrt gewesen. Allerdings war der Wind vor allem an der Werderecke derart böig, dass Regattaleiter Hartwig Kühl entschied, die Strecke in eine Hin- und Rücktour zu verwandeln. Die Boote fuhren darum über den Innensee, Standengraben, Heidensee und Ziegelaußensee zur Adamsbucht und dann wieder zurück.

Nadelöhr waren der Stangengraben und der Werderkanal, wo ordentlich Schiffsverkehr herrschte und die Ausflugsdampfer der Weißen Flotte manches Ruderboot zum Runterschalten veranlassten.

Die SRG hatte den Seenpokal in dieser Art zum ersten Mal ausgeschrieben. Der enge Kontakt unseres Trainers René Flaschmann zu seiner ehemaligen Wirkungsstätte in Kassel führte dazu, dass viele gut gelaunte Rudergäste von der Uni Kassel mit an den Start gingen.

Nach der spaßigen Fahrt auf Zeit gabs dann noch Baden für die einen, gigantische Sektflaschen für die Sieger der einzelnen Rennen, Kuchen und Eis aus Mueß (von Emils Vater) und schließlich ein meisterliches Grillbüffet für alle.

Rennboote

Kategorie Team Zeit
D4x MM SRG/Potsdam 56:30
D4x JM SRG 59:54
D4x MF SRG 1:07:35

Gig-Vierer Männer

Kategorie Team Zeit
Gig-D4x+ MM SRG 1:08:00

Gig-Vierer offene Klasse

Kategorie Team Zeit
Gig-D4x+ mixed Kassel 1:07:04
Gig-D4x+ mixed Kassel 1:14:03

Gig-Vierer Anfänger-Besatzungen

Kategorie Team Zeit
Gig-D4x+ mixed Kassel (Stm. Phillipp) 1:14:03
Gig-D4x+ mixed Kassel (Stm. Emil) 1:16:02
Gig-D4x+ mixed Kassel (Stm. Flint) 1:16:27
Gig-D4x+ mixed Kassel (Stm. Jostein) 1:24:50
Gig-D4x+ mixed SRG 1:29:25

Rudertour im Mondlicht

Ruderboot-Bug im Abendlicht spiegelt sich auf glattem Wasser.
Absolut ruhiges Wasser an der Reppiner Burg

Der Schweriner See wie ein Spiegel, der Mond gütig milde lächelnd, das Buffet SRG-vielfältig. Das Mondscheinrudern hatte jede Menge Wow-Effekte. Das ging schon mit der Teilnehmerzahl los: 24 Ruderinnen und Ruderer wollten am Mittwochabend zur Reppiner Burg rudern, dazu in jedem Boot ein weißes Rundumlicht mitnehmen und außerdem: unter dem aufgehenden Mond picknicken.

Organisator Martin Deimel hatte zu diesem Zweck die Sicherheitslampen, die Ruderboot nach Sonnenuntergang mit sich führen müssen überprüft und repariert. Und dann gings los: Über den ruhig daligenden See und im gleißend orangeroten Sonnenuntergangslicht fuhren vier Boote Richtung Reppiner Burg.

Panorama-Aufnahme eine Ruderachters.
Bug und Heck mit drauf: Panoramablick im Achter im letzten Sonnenlicht

Jedes einzelne Boot legte zwischendurch Fotopausen ein. Allein schon der Sonnenuntergang direkt hinter dem Schweriner Schloss: Wow. Und dann die Sandbucht an der Reppiner Burg: Wow, wie warm das Wasser ist. Und wow: Was es alles zum Picknick gab: Lachröllchen, Blaubeeren, Überbackene Brötchen, Kekse, Laugenstanden, Erdbeeren.

Während sich also die Sonne allmählich über der Hauptstadt schlafen legte, dräute der Mond hinter den hohen Bäumen und der Burgruine. Erst als die Boote wieder Richtung Bootshaus aufbrachen, blinzelte er durchs Laub der Bäume – wie ein Camembert. Kaum waren die Gigs auf offenem Wasser, gab es wieder Wow-Momente. Der See lag immer noch wie ein Spiegel da. Und darin leuchteten nur der Mond, die Hohchäuser vom Dreesch und unsere kleinen, einen Meter hohen Sicherheitsfunzeln.

Nach einer vorsichtigen Rückfahrt durch die Mondbeschienene, aber dennoch rabenschwarze Nacht über dem Wasser, landeten alle Boote glücklich am Steg. Vielen Dank, Martin Deimel, für Initiative und Organisation.

Mondrudern am Mittwoch

Mondrudern am Mittwoch, 14. August.

Ja, man kann auch noch später am Tag rudern als am Mittsommerwochenende: Wenn man das nötige Equipment mitbringt. Dazu gehört ein schickes weißes Rundumlicht von einem Meter Höhe für jedes Boot, den einen oder anderen gestandenen SRG-Fahrensmann (oder eine SRG-Fahrensfrau) – und was zum Picknicken. Dann muss nur noch der Mond aufgehen, möglichst voll natürlich und eine abendliche Ausfahrt milde belächeln. Dann kanns ja losgehen: Fast-Vollmondrudern am Mittwoch, 14. August 2019 (dann ist fast Vollmond 😉

Das ist der konkrete Plan: Eine Tour bis zur Reppiner Burg, das sind gut 15 Kilometer. Während die Sonne allmählich versinkt, taucht der Mond auf. Das Ziel: Ein schickes Picknick, zu dem jeder Teilnehmer etwas mitbringt. Das wird bestimmt eine wundervolle Spättour. Start ist um 19:30 Uhr.

Am Blauen Brett im Bootshaus hängt eine Liste, auf der Ihr Euch anmelden könnt. Organisator ist Martin Deimel, er hat den Termin wetterbedingt von Donnerstag auf Mittwoch vorgezogen!

Foto: „Mondaufgang“ von Thomas Fietzek – Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons – https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Mondaufgang.jpg#/media/File:Mondaufgang.jpg

2 WM-Nominierungen für SRG

Hannes Ocik und Marie-Louise Dräger
WM-Teilnehmer der SRG: Hannes Ocik und Marie-Louise Dräger.

Bei der Ruder-WM Ende August in Linz werden zwei SRG-Sportler an den Start gehen. Der Deutsche Ruderverband hat Hannes Ocik im Deutschlandachter und Marie-Louise Dräger im Leichtgewichtseiner nominiert. Die Ruder-WM ist der Saisonhöhepunkt des Jahres. Für den Achter geht es auch um die Qualifikation für Olympia 2020.

Die WM 2019 beginnt am 25. August und dauert bis zum 1. September. Insgesamt 76 deutsche Sportlerinnen und Sportler inklusive Ersatzleuten werden in 23 Bootsklassen in Linz antreten. Eine Übersicht gibt es auf rudern.de.

Vom Einsammeln von Medaillen und Erfahrungen

Rennvierer mit SRG-Masters im Gegenlicht.
Im Gegenlicht: SRG-Masters-Vierer.

Die Mastergruppe fuhr Ende Juni nach Hamburg zu den Deutschen Meisterschaften, die gleichzeitig mit den Deutschen Hochschulmeisterschaften stattfinden. Schon alleine das wäre eine Anfahrt wert gewesen. Jung und etwas älter auf einem Platz. Tolles Regattafeeling für uns.

Es war heiß und es war windig. So windig, dass tatsächlich am Sonntag Nachmittag die Regatta abgebrochen wurde.

Die Mastermännergruppe bestand aus Kjell, Thomas, Markus, Daniel, Manfred und Sandor, die Frauengruppe aus Martina, Ines, Kirstin, Tessa und Antje.

Daniel im Einer holte die Goldmedaille. Diesmal fanden in fast jedem Rennen Vorläufe statt, was die Häufigkeit der Rennen immens erhöhte und auch nicht immer eingeplant war. Im Battle zwischen dem Kieler und Schweriner Vierer musste DIESMAL! das Schweriner Boot knapp unterlegen, was natürlich vor allem am Wettbewerbsvorteil der Kieler lag: sie fuhren ein nagelneues Boot. Daniel und Markus konnten auch einen Silbermedaille erringen, aber auch Tessa im Einer, sowie in einem Vierer, der sich ganz spontan am Regattaplatz noch zusammenstellte. Im Vierer mit Manfred, Sandor, Kjell und Thomas gab es einen erfolgreichen dritten Platz.

Der Frauenvierer konnte an diesem Wochenende viele Erfahrungen sammeln. Zum Beispiel, dass die Reisen nach Australien und Kanada von mehreren Wochen von 2 Mitruderinnen nicht wirklich zielführend im Regattaprozess sind. Und dass wir extremen Schiebewind gar nicht leiden können. Wir sind hochmotiviert für die nächste Herausforderung in Velence.

Wir hatten ein schönes herausforderndes Wochenende und waren von der Atmosphäre und der kurzen Anfahrt und dem sehr professionellen Regattamanagement sehr begeistert.

Zum Nachmachen empfohlen!

Flusslauf unter blauem Himmel
Peene-Idylle

Nachdem wir vor einigen Jahren schon einmal während eines Ruderwochenendes von Anklam aus die Peene als wunderbares Ruderrevier kenengelernt haben, sind wir – 5 Frauen und die „Südwind“ aus unserem Verein – zu einer dreitägigen ca. 100 Kilometer langen Rudertour auf diesem schönen Gewässer aufgebrochen.

Holz-Heck eines Ruderboots der Schweriner Rudergesellschaft.
Heck-Blick: Südwind im Westwind.

Da wir unseren ursprünglichen Startpunkt in Dahmen angesichts von 38 Grad im Schatten zugunsten eines fast kühlen Bades im Kummerower See eingetauscht haben, starteten wir unsere gemütliche Tour am ersten Tag erst vom Kanuclub Malchin aus, in dem wir auch in zwei Mehrbettzimmern übernachtet haben (10 Euro pro Person) und wo wir auch unser Zweitauto stehen lassen konnten. Das Zugauto mit Trailer hatten wir zuvor nach Absprache mit dem dortigen und sehr hilfsbereiten Vorsitzenden Peter (Telefonnummer auf der Webseite) zum Ruderverein nach Anklam gebracht und auf dem abgeschlossenen Gelände abgestellt.

Blauweiße Ruder tauchen in Wellen.
SRG-Skulls im Peenewasser.

Nach ersten 4 sehr entspannten Kilometern auf der Peene mussten wir dann über den Kummerower See, auf dem sich angesichts einer Windstärke 4 aus Westen schon eine ganz beeindruckende Welle mit Schaumkronen aufgebaut hatte. Aber die Südwind hat uns sehr gut nur mit einigen kleineren Wassereinbrüchen rübergetragen. Danach ging es ganz entspannt weitere gut 20 Kilometer bis nach Demmin. Die dortige Einfahrt in den Wasserwanderrastplatz (eigentlich nur wirklich was für Kanuten) war angesichts des starken Westwindes und der schmalen Einfahrt eine Herausforderung, die wir aber nach mehrmaligen Anläufen gemeistert haben.

Übernachtet haben wir in Demmin, ca. 5 Minuten Fußmarsch vom Wasserwanderrastplatz in der „Alten Spedition“ in einer großzügigen Ferienwohnung. Nach wunderbar entspannten weiteren knapp 40 Kilometern auf der menschen- und bootsleeren Peene kamen wir dann am 2. Tag nachmittags in der Gützkower Fähre an, wo wir mangels Wasser das Boot nicht über einen Stichkanal zur unseren nächsten Unterkunft, der „Villa Eden“, fahren konnten, sondern es auf einer Wiese an der Peene, die uns unser Vermieter empfohlen hatte, lagerten. Der Vermieter hat uns freundlicherweise abgeholt – der Weg zur Unterkunft ist aber mit ca. 10 Minuten Fußweg easy machbar.

Die letzte Strecke, die nur noch gut 20 km betrug, und auf der wir eine schöne Rast im Gutshaus Stolpe gemacht haben, führte uns dann von Gützkow nach Anklam, wo wir die Südwind dann noch für eine Ausfahrt am nächsten Tag zum Achterwasswer parken konnte. Geschlafen haben wir bei den „Schafen in Bugewitz“ in einer wirklich sehr schönen Ferienwohnung.

Bei den Tagesstrecken haben wir uns an den Übernachtungsmöglichkeiten orrientiert. Wenn man ein Zelt dabei hat, kann man sicher auch mit den vorhandenen Wasserwanderrastplätzen andere Strecken planen. Wer beim Rudern die Stille der Natur genießen möchte, ist auf der Peene bestens aufgehoben. Und als Belohnung wird man sicherlich den ein oder anderen Seeadler beobachten können. Wir fanden es jedenfalls toll…..auch weil wir neben der wunderbar unberührten Natur jeweils sehr freundliche und hilfsbereite Gastgeber hatten.

Christiane, Antje, Netti, Solveig und Birgit

3 Tage, 77 Kilometer

Ruderboote wenden auf dem Störkanal.
Windschatten im Störkanal – am Sonntag war das die Gelegenheit für eine Verschnaufpause.

Ein Baum im Wasser, Wellenschlag, Neuwasser sowie Chili und Gemüsesuppe: Beim Landeswanderrudertreffen (LWRT) in Schwerin ließen es sich Mecklenburg-Vorpommerns Ruderinnen und Ruderer gut gehen – im Boot und an Land. Die Schweriner RG war 2019 Gastgeber des LWRT und hatte eine dreitägige Wanderfahrt organisiert.

Gut 30 Ruderinnen und Ruderer waren nach Schwerin gekommen, um das Ruderrevier zu entdecken oder wiederzuentdecken. Am Freitag Nachmittag ging es – sozusagen zum Aufwärmen – zunächst vom SRG-Bootshaus zu einer lauschigen Tour zum Spieltordamm. Traditionell versorgten die Obleute die Gäste mit Infos über Sehenswürdig- und Merkwürdigkeiten entlang der Strecke. So gab es Hintergründe über ehemalige Gebäude des Focker-Flugzeug-Werkes, zum Segelsport, zu Untiefen, zum Tauchverbot im Ziegelinnensee und vielem mehr.

Während die Boote noch unterwegs waren, hatte Kjell Lübbert schon den großen Gaskocher angeschmissen. In der Grillecke brutzelten haufenweise Hackfleisch, Bohnen und Mais in Pfannen und Töpfen – daneben blubberten drei Kilo Reis. Das sollte reichen für die Abendverpflegung im großen beigen DRK-Zelt, das SRG-Wanderwartin Kirstin Pingel neben vielen anderen Dingen für das LWRT organisiert hatte. Während also die Fahrt noch lief, kümmerten sich hilfsbereit SRG-Ruderinnen und -Ruderer ums perfekte Catering – so wie an den beiden folgenden Tagen auch.

Nach den ersten zwölf Kilometern am Freitag stand am Sonnabend zunächst das gemeinsame Frühstück und dann eine schöne lange Fahrt auf den Schweriner Außensee an. Ziel: Gallentin. Der am Freitag noch recht fluffige Westwind hatte sich über Nacht in sein unheilvolles Treiben regelrecht hineingesteigert, so dass schon die Hinfahrt mit vier gesteuerten Gig-Vierern, einem ungesteuerten Vierer und einem gesteuerten Zweier zu einem streckenweise recht ruppigen Abenteuer geriet. Aber das war noch kein Vergleich zur Rücktour. Um so besser war es also, dass Wanderwartin Kirstin und Fahrtenleiter Knut Mehl sozusagen die punktgenaue Lieferung des Mittagessens zur Badestelle nach Gallentin geordert hatten. Es gab: Wunderbar wärmende Gemüsesuppe aus dem Restaurant Ruderhaus und Kjells Chili.

Nach der Hinfahrt über Innensee und Paulsdamm mit Schiebewind geriet die Rückfahrt mit fortschreitender Tageszeit immer stürmischer. Nach einer nahezu windstillen Ruhepause bei der Fahrt durch den langen Graben mit seinem umgekippten Baum in der Mitte gings danach auf dem Ziegelaußensee erst richtig los. Auch dort wieder Schiebewind zwar, aber kabbeliges Wasser. Dennoch: Das war immer noch kein Vergleich zur Abschlusstour am Sonntag. Nach einigen Schlenkern auf den Seen und der langen Tour über den Außensee sowie einer abschließenden Schlossrunde stiegen die Teilnehmer aus Rostock, Anklam, Wolgast, Stralsund, Mirow, von Rügen und aus Schwerin nach 41 Kilometern wieder aus den Booten. Jeder, der so etwas schon mal erlebt hat, kennt das erhebende Gefühl, dann nach einer Flasche wohltemperierten Biers greifen zu dürfen.

Das alles ist natürlich und vor allem auch deshalb reibungslos gelaufen, weil die SRG-Fahrtenleitung an der Halbinsel Oberförster am Außensee mit Inbrunst darauf bestanden hat, den Namenspaten des Eilands, eben jenen Oberförster, mit einem dreifach donnernden „Pierschiet, Ahoi!“ gnädig zu stimmen. Nur dann erweist der längst Verblichene, aber der Legende nach zuweilen immer noch unheilvoll wirkende Wald-Arbeiter sich als einigermaßen gnädig gegenüber denjenigen, die übers Wasser an seiner schönen Halbinsel vorbei wollen. Dabei hat der gnadenlose Oberförster sein eigenes Unglück selbst verschuldet, weil er seiner Tochter die Liebe zu einem Fischer nicht gegönnt haben soll und darum alles, was mit dem See zu tun hat, für alle Zeit mit einem gnatzigen Fluch belegt haben soll. Nun gut, wenn man weiß, wie man diesen abzuwenden hat, ist ja alles im waidgrünen Bereich. Die Wanderruderer beim LWRT jedenfalls konnten auf Knut Mehls und Hanning Wüsthoffs glaubhaft vorgetragene Expertise vertrauen und stimmten zuversichtlich kräftig in das Pierschiet-Gebrüll mit ein.

Für eine Gruppe von zehn Ruderinnen und Ruderern stand aber nach der glücklichen Rückkehr zum Bootshaus am Franzosenweg noch eine Besichtigungstour auf dem Programm. Der SRG-Vorsitzende Christian Kohlhof hatte versprochen, den Gästen seinen Arbeitsplatz zu zeigen: Die Hörfunkstudios von NDR 1 Radio MV im Landesfunkhaus um die Ecke. Nach eineinhalb Stunden am Mikrofon und zwischen Reglern und Monitoren können die Ruderbesucher nun mit Fug und Recht behaupten, dass sie nun tatsächlich sozusagen im Radio waren – auch körperlich.

Inzwischen glühte der Grill. Knackige Würstchen, saftige Steaks räkelten sich brutzelnd über der Glut, sozusagen im Akkord verteilten die SRG-Helferinnen und -Helfer Pute, Schwein und Rind. Bunte Salate und kühle Getränke rundeten das klassische Wanderfahtenmenü ab.

Der Abschlusstag hielt dann ein wahres Abenteuer bereit. Die Schweriner Gewässer sind ob ihrer Fläche anfällig für Winde jeder Art. Man hatte ja schon einen Vorgeschmack bekommen. Am Sonntag war der Plan, mit den Booten in den Störkanal zu fahren. Zwischen Kanaleinfahrt und Bootshaus liegen lediglich Zippendorfer und Mueßer Bucht. Von der Strecke her eine Lappalie. Beim sonntäglichen Westwind, nein Weststurm fast schon, war das allerdings keine durchschnittliche Überfahrt. Zwar drückte der Wind, aber Schaumkronen auf dem Wasser deuteten an: Viele Boote werden Wasser aufnehmen, und zwar nicht zu knapp. Nach dem kühnen Ritt über die Wellen und im Windschatten vor der Einfahrt zum Störkanal legten die Mannschaften zunächst ihre Boote trocken. Pützen und Schwämme hatten natürlich vorsorglich zur Grundausstattung gezählt.

Im Störkanal dann eine andere Ruderwelt. Schwalben schwirrten akrobatisch und wie von Sinnen halsbrecherisch knapp über der spiegelglatten Wasseroberfläche um die Boote herum. Idylle pur, bloß unterbrochen durch eine Autobahnbrücke und eine Hochspannungsleitung. Die Gelegenheit, Kraft zu schöpfen für die Rücktour. Die gestaltete sich – man ahnt es – als spritziger, um nicht zu sagen knallharter Wellenritt. Die Windrichtung ließ auch gar keine Wahl zu irgendwelchen ausgeklügelten Kursen: Man musste da einfach durch dieses Wellen-Inferno durch, zurück Richtung Schlossbucht. Manche Boote wählten den Stichkanal zwischen Mueß und Zippendorf als fünfminütige Verschnaufpause, anderen buchten das volle Programm und fuhren außen rum, manche quer durch, andere unter Land. Ergebnis am Ende: Alle hatten Wasser im Boot, viel Wasser. Bis auf den gesteuerten Zweier, dieser hatte sich besonders tapfer über die insgesamt 24 meist stürmischen Kilometer gekämpft – ohne sonderlich viel Wasser einzusammeln.

Zum Abschluss gabs dann noch eine gemeinsame Kaffeetafel, zunächst unter freiem Himmel. Aber weil bis dahin noch so ein richtig zünftiger Regenschauer gefehlt hatte, reichte der Himmel diesen überschwänglich nach – und so sah man 30 Wassersportler mit Kaffeetassen und Kuchentellern in den Händen zurück zum Zelt hetzen.

Für manche Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren die Fahrten am Wochenende auch ein Ausflug auf Neuwasser: Für sie waren es die ersten Touren auf unseren Seen. Dies wird dann traditionell mit einem stärkenden Schluck begossen. Die nächste Gelegenheit dazu gibt es beim Landeswanderrudertreffen 2020 in Wolgast. Mal sehen, wie da so der Wind weht – und woher.

Das LWRT-Gedicht

Eine stürmische Fahrt wie am Sonntag hat manchmal besondere Auswirkungen. Die Anklamer Gäste haben ein Gedicht verfasst. So lautet es:

Schwerin, 7.7., nach 77 Ruderkilometern

Zimmer 7 macht Sonntag früh

eine Ruderbootpartie,

und die Männer jauchzen froh,

denn das Boot, das schaukelt so.

Fallt nicht rein, ruft Knut (der Igel),

denn ihr habt doch keine Flügel.

Wenn ihr dann ins Wasser fallt,

hach, da ist es nass und kalt.

Vielen Dank!

Das Landeswanderrudertreffen 2019 in Schwerin hat SRG-Wanderruderwartin Kirstin Pingel organisiert. Sie konnte auf die Hilfe von ganz vielen Mitglieder vertrauen, die sozusagen im Schichtdienst geholfen haben. Vielen Dank an alle, die zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle angepackt haben!

Noch ne Einladung: Anfängergrillen

Abschluss Anfängerkurs 2019 bei der Schweriner Rudergesellschaft
Seid dabei: Lernt die Absolventen des Anfängerkurses 2019 kennen.

Am Mittwoch, 3. Juli, ist Abschlussprüfung für den Anfängerkurs 2019. Das ist traditionell die Gelegenheit fürs Anfängergrillen. Die Neueinsteiger werden erst in Theorie und Praxis sozusagen gegrillt, und wäherenddessen haut der Festausschuss schon mal Würstchen und Maiskolben auf den Grill. Die „Neuen“ sind fertig, kennen alle Grundlagen, können einigermaßen rudern und wollen dabei bleiben! Nehmt sie auf, lernt sie kennen. Das Anfängergrillen ist traditionell auch für alle anderen SRG-Mitglieder gedacht. Wer dabei sein will: herzlich willkommen. Tragt Euch in die Liste am Blauen Brett ein. Und wenn Ihr besonders glänzen wollt: Steuert gern was zum Büffet bei, einen Salat vielleicht oder was Gebackenes… na, Ihr macht das schon.