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Monat: April 2018

Angelique und Julia gewinnen die NNN Sportlerwahl

Die erfolgreichen Rostocker Ruderer mit Trainer Rene Burmeister (2vl) und Paul Heinrich (1vr), sowie Ruderin Julia Leiding (5vl). Foto: Peter Richter/NNN

Annähernd 200 Gäste feierten gestern Abend im VW-Autohaus Ferdinand Schultz Nachfolger die von den Leserinnen und Lesern der NNN gewählten populärsten Sportler/innen von Rostock und Umgebung. Die Umfrage 2017, für die eine Vorschlagsliste mit 75 Kandidat(inn)en aufgestellt worden war, lief über einen Zeitraum von 70 Tagen, von kurz vor Weihnachten 2017 bis einschließlich Februar 2018.
Mit 739 bekam nicht unerwartet Hannes Ocik, Weltmeister mit dem Deutschland-Achter, die meisten Stimmen. Da er sich in Dortmund intensiv auf die Deutschen Kleinboot-Meisterschaften am Wochenende in Essen vorbereitet, fiel ein rascher Abstecher in seine Geburtsstadt aus. Per Videobotschaft war Hannes dennoch dabei und teilte, teils mit Augenzwinkern, mit: „Das ist eine große Wertschätzung. Ich bedanke mich, dass ich von den Leserinnen und Lesern der NNN so viele Stimmen bekommen habe, obwohl ich für die Schweriner Rudergesellschaft starte – aber ich wohne ja in Rostock. Ich wäre echt gern gekommen, aber zur Zeit muss das Training hier Vorrang haben.“
Am spannendsten ging es im Wahlzeitraum bei den Mannschaften zu, wo nach Auszählung aller Stimmen, die per Post oder Mail in der Redaktion eintrafen, die Beachsoccer-Robben und die Drachenbootsportler der KfRG Seebären exakt gleichauf lagen – das gab es in der Geschichte der NNN-Sportlerumfrage nie zuvor. Für die letztlich noch recht klare Entscheidung zu Gunsten der Strandkicker gab das Internet-Voting den Ausschlag.
Rang drei ging an die Fußballer des FC Hansa. Als die Platzierung vorher durchsickerte, mimte Trainer Pavel Dotchev den Enttäuschten und forderte seine Begleiter – Vorstandsvorsitzender Robert Marien sowie die Spieler Stefan Wannenwetsch und Kapitän Amaury Bischoff – auf: „Kommt, wir gehen.“ Natürlich im Spaß. Geradezu den Schalk im Nacken hatte Dotchev, als er bei der eigentlichen Ehrung NNN-Redaktionsleiter und Conférencier Dietmar Tahn das Ziel des FC Hansa für die nächste Saison verriet: „Platz eins zu machen – hier bei Ihnen.“ Bemerkenswert: Die Hanseaten landeten erstmals seit der Umfrage 2010 (damals befanden sie sich auf dem Weg zum Aufstieg in die 2. Bundesliga) wieder auf einem Podestplatz bei der NNN-Wahl.
Hannes Knüppel vom würdigen Sieger in der Kategorie Mannschaften nutzte die
Gelegenheit, eine Einladung an die Rasen-Kollegen aus der 3. Liga auszusprechen: „Wenn ihr Bock habt, kommt gern im Sommer in der Vorbereitung mal bei uns am Strand vorbei.“
Ebenso wie die Veranstaltung hat auch das gute Abschneiden der Ruderinnen und Ruderer Tradition. Diesmal räumten sie gar in allen Rubriken, in denen sie gelistet waren, die „Goldmedaillen“ ab. Julia Leiding kam fast direkt vom Krankenbett zu ihrer Auszeichnung als Siegerin bei den Frauen: „Ich habe mir einen Infekt eingefangen, musste eine Woche lang pausieren und habe erst gestern wieder mit ganz leichtem Training begonnen.“
Für die musikalische Umrahmung sorgte singend und am Klavier die Rostockerin Susi Koch, die soeben ihr erstes Album „Mit dem Kopf durch die Wand“ herausgebracht hat und einige Stücke daraus vortrug.
Wie populär neben den Sportlern aus dem Verbreitungsgebiet der Zeitung auch die NNN-Umfrage selbst ist, zeigte eine erneut überwältigende Resonanz. Selbst Sportfreunde aus Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz beteiligten sich.
So haben wir wohl gar keine andere Wahl, als auch für 2018 wieder die Populärsten der Körperertüchtigung zu ermitteln. Die ersten Kandidaten stehen fest. Zum Beispiel Moritz Langer, der vor wenigen Tagen Deutscher A-Jugend-Meister im Freistilringen wurde.
Text: Peter Richter/NNN
Foto: Peter Richter/NNN

Anrudern 2018

Anrudern 2018

Am vergangenen Wochenende fand unser alljährliches Anrudern statt. Trotz windigem Wetters trafen sich viele unserer Mitglieder für einer erste große Ausfahrt.
Doch im Vorfeld konnten wir noch einen neuen Kindereiner in unserer Bootsflotte aufnehmen und auf den Namen Condor taufen. Anschließend ging es in vielen Mannschaftsbooten aufs Wasser – vom Zweier bis zum Achter war alles vertreten. Als alle Ruderer wieder an Land und Boote, Riemen und Skulls in der Halle untergebracht waren, gab es noch Kaffee, Kakao und Kuchen.
Text: K. Köster
Foto: H. Druckrey

Die SRG-Ruderer in Leipzig

Paul Toben im Einer in Leipzig.
Paul Toben im Einer in Leipzig.

Bei der Leipziger Langstreckenregatta am ersten April-Wochenende waren auch drei Sportler der Schweriner Rudergesellschaft am Start und zeigten achtungsvolle Leistungen. Marie-Louise Dräger zeigte eindrucksvoll, wie man sich auch nach monatelanger Ruderabstinenz, aber mit entsprechendem Alternativtraining wieder in die nationale Ruderelite der Leichtgewichte katapultieren kann.

Marie Louise Dräger.
Marie-Louise Dräger wurde in Leipzig Zweite.

Sie belegte Platz 2 auf der 6 km langen Strecke mit 5 Sekunden Rückstand zur Erstplatzierten und 12 Sekunden Vorsprung auf Platz 3. Hannes Ocik bewies bereits am Tag zuvor beim Ergotest, dass seine Form stimmt. Mit 5:54 egalisierte er seine Bestzeit aus dem Rio-Vorbereitungsjahr. Beim Langstreckentest wollte er dann mit seinem Partner Jakob Schneider (RK am Baldeneysee) möglichst unter die ersten sechs kommen, was ihm auch fast gelang. Platz 7 (zeitgleich mit Großmann/Schröder) sprang für die beiden raus, wobei der zweite Streckenteil nicht wie gewünscht lief. Mit Paul Toben war auch ein Junior-A-Starter aus unserem Verein dabei, der einen beachtenswerten 6. Platz belegte.

Hannes Ocik im Zweier auf Schlag.
Hannes Ocik im Zweier auf Schlag

Die nächste Herausforderung steht mit den vom 20. bis 22.4.2018 stattfindenden Deutschen Kleinbootmeisterschaften in Essen an. Hier gilt es, in den engeren Kaderkreis für die Weltmeisterschaften in Plovdiv und die Juniorenweltmeisterschaften in Racice zu rücken. Wir drücken unseren Sportlern die Daumen!

Frühjahrslangstrecke Leipzig

Am 07. /08. April 2018 traf sich Deutschlands Ruderelite zu einem ersten Kräftemessen in Leipzig. Samstag stand die Leistungsüberprüfung über 2000m auf dem Ergometer an, Sonntag ging es im Kleinboot dann über die 6000m –Distanz.
RRC-Sportlerin Julia Leiding war nach dem Ergotest mit ihrem Ergebnis (persönliche Bestzeit) zufrieden. Gemeinsam mit ihrem Trainer R. Burmeister hatte sie sich für das Einerrennen am Sonntag vorgenommen, besonders auf der zweiten Streckenhälfte eine kontinuierliche Geschwindigkeit zu halten. Dies gelang ihr auch sichtbar besser als in den Vorjahren. Allerdings konnte sie nicht ihre Stärke auf dem ersten Streckenviertel zeigen, so dass sie als 6. über die Ziellinie fuhr.

Die Ergebnisse der weiteren MV-Starter:
Stephan Krüger (SM 1x) und Marie-Louise Dräger (SF/LG 1x) jeweils 2.Platz
Frauke Hacker (SF 2-) 3.Platz
Malte Daberkow (SM 2-) 6.Platz
Hannes Ocik (SM 2-) 7.Platz
Carolin Dold (SF 2-) 8.Platz
Felix Drahotta (SM 2-) 9.Platz

Bereits in zwei Wochen geht es dann auf dem Essener Baldeneysee um die Meistertitel im Kleinboot.

Text: RRC

Der RRC in der NNN – Julia hat sich gequält, auch wenn es kalt und windig war

Zur aktuellen Situation bei den hiesigen Top-Ruderern antwortete Olympiastützpunkt-MV-Trainer René Burmeister auf die Fragen von NNN-Redakteur Peter Richter.

Julia Leiding mit Trainer René Burmeister. (Foto: Peter Richter/NNN)

Fangen wir mit Weltmeister Hannes Ocik an, Schlagmann des Deutschland-Achters. Wie ist bei ihm der Stand der Dinge?

René Burmeister: Hannes trainiert zwar erst seit Februar wieder zusammen mit Jakob Schneider, seinem Weltmeister-Kollegen vom Ruderklub am Baldeneysee Essen, aber im Gegensatz zum Vorjahr war diesmal eine gemeinsame Vorbereitung möglich. Ich glaube, die beiden haben noch mal einen guten Schritt gemacht.

Malte Daberkow hingegen durfte nicht mit ins Camp nach Portugal. Seine Enttäuschung dürfte riesengroß gewesen sein.

Ja, natürlich. Aber Malte und sein Zweier-Partner Nico Merget (Frankfurter RG Germania 1869) haben sich gut aufgerafft nach dem Motivations-Loch, in das sie da gefallen sind. U23-Trainer Peter Thiede*, der die beiden zu Hause in Dortmund betreute, war zufrieden mit ihnen.

Bleiben wir noch bei den Riemen-Spezialisten. Hier gab es ja im weiblichen Achter 2017 eine besondere Situation. Gibt es sie noch?

Im vorigen Jahr war das ein reines U23-Projekt, da war der A-Bereich ausgeschlossen. Der Achter mit unseren Mädchen Frauke Hacker, Carolin Dold und Leah Labudde** wurde bei der U23-WM in Plovdiv Vierter. Mit dem Blick auf die Olympischen Spiele 2020 in Tokio hat die Bildung eines Achters weiterhin Priorität, aber jetzt sozusagen wieder für alle, für die A-Frauen und die U 23.

Frauke und Caro hatten einen Zweier gebildet, Letztere wechselte dafür extra von der Backbord- auf die Steuerbord-Seite. Doch diese Variante ist mittlerweile vom Tisch, oder?

Ja, zu meiner Enttäuschung, muss ich sagen. Weil leider beide auch zu ungünstigen Zeitpunkten mit Krankheiten zu tun hatten und deshalb zum Beispiel bei der Kaderüberprüfung Anfang Dezember in Dortmund fehlten, traf Bundestrainer Sven Ueck die Entscheidung, dass Frauke gemeinsam mit der Potsdamerin Anna Härtl fährt und Caro mit der ebenfalls in Potsdam lebenden Sina Kühne vom Dresdner RV.

Zu den Skullern. Wie steht es um Julia Leiding?

Ihr kann ich eine gute Entwicklung bescheinigen. Im Camp in Portugal wurde vermehrt Doppelvierer und Doppelzweier gefahren. Wir haben auch hier vor Ort ein Trainingslager durchgeführt. Auch wenn es sehr kalt und windig war, hat sie sich trotzdem rausgetraut und gequält. Über Julia brauche ich mich nicht zu beschweren. Bei ihr war soviel Belastung möglich wie noch nie um diese Zeit, weil sie anders als sonst gesund geblieben ist.

Stephan Krüger steuert offenbar ernsthaft seine vierten Olympischen Spiele an?

Soweit ich das aus der Ferne beurteilen kann, ist er jedenfalls von den Belastungen sehr weit vorn dabei. Ich glaube, wir können einiges von ihm erwarten. Was mich an ihm – der ja als Vereinskamerad früher auch mein direkter Kontrahent war – immer wieder beeindruckt, ist, was er in allen Komponenten – Schnell- und Maximalkraft sowie Ausdauer – in den Wettkämpfen rausholt.

Bleibt Marie-Louise Dräger, die ja ebenfalls zum vierten Mal Olympia als Aktive erleben möchte.

Mit Marie habe ich eher wenig zu tun. Sie hat ihr Boot bei uns in Kessin, trainiert hier, und auch wenn sie immer schon Einzelkämpferin war, ist sie doch auf sich allein gestellt beziehungsweise lässt sich, soviel ich weiß, von ihrem Lübecker Heimtrainer Björn Lötsch per Internet und Video betreuen. Ich bin gespannt darauf, wie sie jetzt in Leipzig abschneidet.

* ehemals ORC Rostock, nahm als Achter-Steuermann an vier Olympischen Spielen teil (Silber 1996 in Atlanta), wurde darüber hinaus Weltmeister 1993, 1995 und 2006 ** wie Carolin Dold vom Greifswalder RC Hilda 1892, hat aber inzwischen ihre Laufbahn beendet

Text: Peter Richter/NNN

Der RRC in der NNN – Das wird eine harte Nummer

Ergometer-Test und Langstrecke in Leipzig: Schon wer am Wochenende nicht auf den Punkt liefert, kriegt keine zweite Chance

Die Saison 2018 beginnt für die A-Nationalmannschafts-Kandidaten unter den Ruderern von Mecklenburg-Vorpommern mit großer Ungewissheit. „Das wird eine heiße Geschichte dieses Jahr, holla die Waldfee! Das betrifft selbst die Weltmeister aus dem Deutschland-Achter. Wer da glaubt, sich ausruhen zu können, ist auf dem Holzweg“, weist Olympiastützpunkt-MV-Trainer René Burmeister (Rostock) auf den bevorstehenden gnadenlosen Konkurrenzkampf hin. Wieder geht es um sieben „Posten“ in den Skull-Booten (Doppelvierer und -zweier sowie Einer) sowie 14 im Riemen-Bereich (Achter, Vierer ohne Steuermann, Zweier ohne), was nur scheinbar doppelte Chancen verspricht: In Wahrheit stehen auch hier nur sieben Plätze zur Verfügung, weil die Ruderer jeweils auf ihre Seite spezialisiert sind und nicht ohne Weiteres von Back- auf Steuerbord oder umgekehrt wechseln können.

Marie-Lousie Dräger (links) und Julia Leiding (rechts) sind aussichtsreiche Kandidatinnen für die Rudernationalmannschaft (Foto: Richter/NNN)

Die MV-Bewerber werden angeführt von Weltmeister Hannes Ocik, dem für die Schweriner Rudergesellschaft von 1874/75 startenden Rostocker. Ebenfalls am Bundesstützpunkt Dortmund trainiert Malte Daberkow. Auf den Riemen spezialisiert sind außerdem Frauke Hacker (beide vom hiesigen Olympischen RC) und Carolin Dold (Greifswalder RC Hilda 1892), die seit Jahren in Rostock zu Hause ist. Bei den Skullern sorgte im Dezember vergangenen Jahres Leichtgewicht Marie-Louise Dräger (früher ORC, jetzt für Schwerin am Start) mit ihrem exklusiv in den NNN angekündigten Comeback für Schlagzeilen. Die noch 36-Jährige nahm schon viermal an Olympia teil (2004 in Athen noch als Ersatzfrau). Jetzt peilt die vierfache Weltmeisterin ihre fünften Spiele an – Tokio 2020 lockt. Julia Leiding (Rostocker Ruder-Club von 1885), im Vorjahr in Sarasota (Florida) WM-Zehnte im Doppelzweier, kandidiert ebenso wieder für das Nationalteam wie nach einem Jahr relativer Pause der in Hamburg lebende und studierende Stephan Krüger (ORC, fährt aber nunmehr für die Frankfurter RG Germania 1869). Sie alle müssen erst einmal am Sonnabend in Leipzig die vom Deutschen Ruderverband vorgegebene Ergometer-Norm knacken (Männer glatt sechs Minuten, Frauen 6:58) und tags darauf auf dem Saale-Elster-Kanal ihr Stehvermögen über 6000 Meter unter Beweis stellen, dort so weit wie möglich vorn landen.

„Wir haben sieben Kandidaten, aber bei keinem von ihnen kann man jetzt sagen, er ist mit Sicherheit dabei. Theoretisch kann es sogar passieren, dass es gar keiner schafft“, so René Burmeister. „Es wäre wünschenswert, wenn am Ende vier Leute von uns zur WM fahren. Das wäre der Idealfall. Aber das wird eine harte Nummer. Die Karten werden neu gemischt. Wir haben noch kein vorolympisches Jahr, dennoch werden schon mehr die Ellenbogen rausgestreckt. Es kratzen genug Leute an der Tür und sagen, ich bin auch da. Wer dieses Jahr nicht auf den Punkt abgeliefert bekommt, also jetzt in Leipzig sowie vom 20. bis 22. April bei den Deutschen Kleinboot-Meisterschaften in Essen, kriegt keine zweite Chance.“

Text: Peter Richter/NNN